„Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich!“

Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrt Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Letzte Buchveröffentlichungen: „Armut in einem reichen Land“, „Armut im Alter“, „Krise und Zukunft des Sozialstaates“. Butterwegge antwortet in der Rubrik „Zurückgeschrieben“ unserem Leser Bernd Hack aus Berlin. In einem Leserbrief von Hack heißt es: „Heiliger Zorn packt mich jedes Mal, wenn ich die unqualifizierten Sozialberichte der Verbände, Kirchen usw. lese oder den Armutsbericht des Senats vom Mai 2014. Unqualifiziert deshalb, weil zwar die miserable Lage geistreich und soziologisch diskutiert wird, aber jede tiefere Ursachenforschung und Fehlerquellenanalyse fehlt.“

Deshalb werden die Ursachen von Armut

in Deutschland verschwiegen

Es fehlt nicht an statistischen Daten, die den fortschreitenden Zerfall unserer Gesellschaft in Arm und Reich belegen, schreibt unser Gastautor Christoph Butterwegge – aber an den zu seiner Bekämpfung notwendigen Taten.

Christoph Butterwegge Foto: dpa

Sozialberichte können die gesellschaftliche Wirklichkeit nie voll erfassen, denn sie ist viel zu komplex. Dass zahlreiche Armuts- und Reichtumsberichte die Ursachen sozialer Fehlentwicklungen wie der wachsenden Ungleichheit vernachlässigen, hängt mit den anders gelagerten Interessen ihrer Auftraggeber zusammen. Regierende möchten darin nämlich die Erfolge ihrer Politik dokumentiert, aber nicht ins Stammbuch geschrieben bekommen, dass sie tiefgreifende Veränderungen der Wirtschaftsordnung vornehmen müssten, um die Verteilungsschieflage beseitigen zu können.
Hinzu kommt die Zahlenfixiertheit von Politikern wie Öffentlichkeit, aus der empirische Blickverengungen, analytische Defizite und eine gewisse Oberflächlichkeit dieser Dokumente resultieren.
Dabei fehlt es keineswegs an statistischen Daten, die den fortschreitenden Zerfall unserer Gesellschaft in Arm und Reich belegen, sondern an den zu seiner Bekämpfung nötigen Taten. Armut und Reichtum sind keine unsozialen Kollateralschäden der Globalisierung, wie man die Menschen glauben machen möchte, sie sind im kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vielmehr strukturell angelegt. Armut ist gewollt und bewusst erzeugt, weil sie die „Aktivierung“, Motivierung und Disziplinierung der Bevölkerungsmehrheit gewährleistet. Die (Angst vor der) Armut sichert den Fortbestand der bestehenden Herrschaftsverhältnisse. Während der Reichtum als Belohnung für „Leistungsträger“ dient, gilt die Armut als gerechte Strafe für „Leistungsverweigerer“, „Faulenzer“ und „Sozialschmarotzer“.
Somit bilden Armut und Reichtum zwar ein begriffliches Gegensatzpaar, aber in gewisser Weise auch zwei Seiten derselben Medaille: Wenn etwa Geringverdiener aufgrund der sie hart treffenden Krisenfolgen häufiger ihr Girokonto überziehen und hohe Dispozinsen zahlen müssen, werden die Eigentümer der Banken noch reicher, und wenn noch mehr Familien beim Lebensmittel-Discounter einkaufen müssen, um über die Runden zu kommen, häufen die Eigentümer solcher Discountketten wie Aldi Nord und Süd, die zu den vermögendsten Deutschen gehören, noch mehr Privatvermögen an.
Steuerpolitik nach dem Matthäus-Prinzip
Trotzdem ist nicht das bestehende Geld- und Zinssystem für die Spaltung in Arm und Reich verantwortlich, vielmehr das Kapitaleigentum, aber auch eine Steuerpolitik nach dem Matthäus-Prinzip: „Wer hat, dem wird gegeben, und wer nicht viel hat, dem wird auch das Wenige noch genommen“, heißt es im Evangelium dieses Jüngers Jesu und lautet das heimliche Regierungsprogramm unterschiedlicher Bundesregierungen. Dass man auf Kapitaleinkünfte (Zinsen, Dividenden usw.) bloß noch 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen muss, während Arbeitnehmer bis zu 42 Prozent Lohn- bzw. Einkommensteuer entrichten müssen, ist eine schreiende Ungerechtigkeit.
Auch fördert die durch Arbeitsmarkt-, Gesundheits- und Rentenreformen vorangetriebene US-Amerikanisierung des Sozialstaates eine US-Amerikanisierung der Sozialstruktur (Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich), eine US-Amerikanisierung der Stadtentwicklung (Spaltung in Luxusquartiere und Armenghettos) und eine US-Amerikanisierung des sozialen Klimas (Betonung von Privatinitiative, Eigenverantwortung und Selbstvorsorge). Kapitaleigentümer vertreten ihre Interessen heute sehr viel massiver und rücksichtsloser als in der „alten“ Bundesrepublik, weil sich die Kräfteverhältnisse zu ihren Gunsten geändert und durch den Aufstieg des Neoliberalismus ideologische Deutungsmuster an Bedeutung gewonnen haben, die ihre soziale Privilegierung legitimieren.
Durch die Vereinigung bekam die Armut in Deutschland ein anderes Gesicht
Durch die Vereinigung und die Eingliederung der neuen Bundesländer bekam die Armut in Deutschland ein anderes Gesicht. Sie verschob sich nach Osten, und Berlin entwickelte sich (gemeinsam mit dem Ruhrgebiet) zum Armenhaus der Republik. Werden die Reichen reicher und die Armen zahlreicher, findet auch eine sozialräumliche Spaltung statt. Wer die brisante Mischung von berechtigter Empörung, ohnmächtiger Wut und blankem Hass auf Politiker kennt, wie sie wohl nur in Versammlungen von Hartz-IV-Beziehern existiert, kommt zu dem Schluss, dass in Deutschland soziale Parallelgesellschaften entstanden und die Brücken dazwischen abgebrochen sind.

http://www.tagesspiegel.de/meinung/armutsforscher-christoph-butterwegge-deshalb-werden-die-ursachen-von-armut-in-deutschland-verschwiegen/10043732.html

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post für schöngeist braunbehrens besser bekannt als waffen-mit-produzent bei krauss-maffei wegmann

der burkhart von braunbehrens will jedem antworten, also hab ich ihm auch was geschrieben:
bb: „…Sie haben in mir eine Person, die die öffentliche Herausforderung annimmt, und die sich und ihr Tun und Lassen im Einklang mit dieser Republik, ihrer Verfassung, ihrer mehrheitlich demokratisch beschlossenen Politik und ihrer Gesetze sieht…“
>“demokratisch“ legitimiert war bisher jeder krieg, es kommt auf die sichtweise an oder darauf, auf welcher seite man steht.

„…Ich persönlich bin unbedingt dafür, dass Europa eine eigene Waffenproduktion unterhält, solange es Waffen auf der Welt gibt…“
>es gibt genau so lange waffen auf der welt, wie sie von menschen wie ihnen produziert werden!

„…Ein bisschen armselig!…“ ?

warum spielen SIE dieses perfide „spiel“ mit?

„…Dennoch bin ich bereit, jedem zu antworten…“
>ich bin sicher, sie finden „angemessene“ worte!

„Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen.“ (Sokrates)

vera boehmer

p.s.
falls es sie interessiert und sie tatsächlich noch lernen wollen empfehle ich z. b. folgende lektüre:
Wie man zwischen Freiheitskämpfern und Terroristen unterscheidet >>>

Kann die Welt Washingtons Überheblichkeit überleben? >>>
das original von Paul Craig Roberts >>>

AFRICOM’s Imperial Agenda Marches On >>>

“Human Rights Watch” HRW – Kriegspropaganda >>>

…keine angst…alles nur verschwörungstheorien!
und „Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren.“ von valéry kennen sie sicher schon.

25000 euro belohnung: die Panzerfamilie Krauss-Maffei Wegmann >>>

und davon leben diese personen: Der Leopard 2 A7+

Schuldenuhr + Vermögensuhr

Staatsschulden: 1917 milliarden > +2.505 €/s
Netto-Privatvermögen: 8081 milliarden! > +6.454 €/s

>>>hier gehts zur schulden-uhr + zur vermögens-uhr>>>
Schuldenuhr + Vermögensuhr von Arne Babenhauserheide, aufbauend auf dem Skript von Dr. Klaus Först von Staatsverschuldung.de und einem Artikel der Nachdenkseiten.

Griechenland könnte Domino-Effekt auslösen!

Wenn das keine hoffnungsvolle Perspektive ist, was dann? Wenn dann alle europäischen Staaten den Goldmännern die Zahlung von Zinsen und “Schulden” verweigern und die Banken verstaatlichen, dann ist das verkommene, moralisch-ethisch durch nichts zu rechtfertigende System der Gold- und Ackermänner und ihrer Lakaien in Europa am Ende.

viaGriechenland könnte Domino-Effekt auslösen!.

1. mai 2012 tag des einkommens – bedingungsloses grundeinkommen in offenburg

„es geht nicht um geld, sondern um verteilungsgerechtigkeit von lebensnotwendigen gütern in einer überflussgesellschaft. nicht weil wir es verdient haben, sondern weil wir es uns leisten können. 2000 jahre und mehr haben wir darauf hingearbeitet, jetzt haben wir alle technischen möglichkeiten und ressourcen und ackern noch immer 40std/woche? wir müssen mittlerweile schon künstlich sinnlose arbeit schaffen, um das überholte system zu erhalten.“

die 1. mai-kundgebung des dgb suedbaden stand in diesem jahr auch in der ortenau unter dem motto „Gute Arbeit für Europa – gerechte Löhne, soziale Sicherheit“.
die „soziale sicherheit“ kann nicht durch den häufig sogenannten „offenen strafvollzug“ hartz4 gewährleistet werden. dabei finde ich die unsanktionierte höhe von hartz 4 derzeit gerade noch erträglich, aber die bedingungen und pflichten nicht! abgesehen von der unmenschlichen und drangsalierenden bürokratie und dem hinter hartz4 stehenden druck auf die arbeitssuchenden und auch die, die noch arbeit haben: die angst, zum jobcenter gehn zu müssen bewirkt, dass die menschen immer unwürdigere arbeitsbedingungen widerspruchslos akzeptieren. das wirkt sich nicht nur auf die entlohnung sondern auch aufs arbeitslosengeld, rente, sozialversicherungen usw. und über die dadurch sinkende binnennachfrage auch wieder auf die arbeitsplärtze aus. dieser moderne sklavenmarkt der „agenda 2010“ ist ein teufelskreis!

thomas und ich haben kurzentschlossen unsere selbstgestaltete „bge-infoturbine“ beim 1.-mai-fest an der reithalle in offenburg aufgebaut. es gab einige verwunderte gesichter beim fest der gewerkschafter – wir haben ja den „tag der arbeit“ zum „tag des grundeinkommens“ erklärt – aber einige kamen auch interessiert näher. ich werde mich weiter engagieren – das bedingungslose grundeinkommen muss einer breiten öffentlichkeit bekannt(er) gemacht werden.

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.“ – Sprichwort der Xhosa

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