Gewerkschaften und Betriebsräte arbeiten mit Geschäftsleitung zusammen

Fiats LKW-Tochter Iveco schließt fünf Werke in Europa

Auch am Standort Weisweil lehnte die IG Metall die prinzipielle Verteidigung aller Arbeitsplätze ab. Stattdessen versuchte sie, die Schließung des Werks über einen sogenannten „Sozialtarifvertrag“ abzuwickeln. Weisweil ist eine kleine Gemeinde am Rhein mit knapp über 2.000 Einwohnern. Von den rund 500 Arbeitsplätzen im Ort sind 180 bei Iveco, viele weitere hängen direkt von der Existenz des Werkes ab.

Am 12. September präsentierten IG Metall und Betriebsrat dem Iveco-Unterhändler ihre Forderungen. Die Entlassungen sollten demnach mit einer Beschäftigungsgesellschaft verbunden werden, die den Beschäftigten für drei Jahre „eine lange Brücke baut“. Unter den Bedingungen der sich verschärfenden Wirtschaftskrise bedeutet das für die große Mehrheit der Beschäftigten nichts anderes als eine Brücke in die Arbeitslosigkeit.

Doch der Iveco-Vorstand lehnte ab. Er nutzte die Kompromissbereitschaft der Gewerkschaft, um einen Überraschungscoup zu organisieren. Zu Beginn des Wochenendes, am 28. September, rückten mehrere Lastwagen und Transporter in Weisweil an, um das Werk im Auftrag des Unternehmens leer zu räumen. Nachdem über einen mit den Betriebsräten und der IG Metall ausgehandelten Wissenstransfer von Weisweil nach Ulm die Schließung des Werks bereits weit voran getrieben worden war, versuchte das Management die Mitarbeiter in einer Nacht und Nebelaktion vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Die IG Metall und die Betriebsräte fühlten sich übergangen. Gemeinsam mit Beschäftigten blockierten sie die Werkstore und zwangen die Transporter, unverrichteter Dinge abzuziehen. Trotz der Bereitschaft vieler Arbeiter, einen ernsthaften Arbeitskampf zur Verteidigung der Arbeitsplätze zu führen, lehnt die Gewerkschaft das strikt ab. Stattdessen setzt sie auf ein Schlichtungsverfahren.

Gegenüber der WSWS erklärte IGM-Chef Karademir, er und der Betriebsrat von Weisweil hätten sich auf einen Schlichter und ein so genanntes „Einigungsfeststellungsverfahren“ geeinigt. Als Schlichter sei Joachim Kienzle bestellt, der bis vor kurzem als Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall fungierte. Welche Entscheidung von ihm zu erwarten ist, steht außer Frage.

Die Beschäftigten von Iveco in Weisweil, Ulm und an allen anderen Standorten sind mit demselben Problem konfrontiert, vor dem alle Arbeiter in allen Ländern stehen: die Gewerkschaften und Betriebsräte arbeiten aufs engste mit der Geschäftsleitung zusammen und unterdrücken jeden ernsthaften Kampf zur Verteidigung von Arbeitsplätzen.

Die radikalen Sprüche, mit denen sie zeitweise die Geschäftsführung attackieren, sind reine Augenwischerei. Die Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre sind aufs engste mit dem Management verbunden. Fünf von ihnen sitzen im Aufsichtsrat von Iveco und erhalten zusätzlich zu ihren üppigen Gehältern dicke Tantiemen. Es sind: Michael Braun, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall in Ulm, Bernhard Maurer, Betriebsratsvorsitzender Werk Ulm, Markus Görtler, Betriebsrat Werk Ulm, Paul Rodenfels, bisher Bevollmächtigter IG Metall in Singen, und Wilfried Schmid, Vorsitzender des Iveco-Gesamtbetriebsrats.
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