Hilfe für Japaner -mein brief an die japanische botschaft

zur nachahmung empfohlen:

info@botschaft-japan.de

Betreff: Hilfe für Japaner

Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 15.03.2011 habe ich erfahren, dass der Oberbürgermeister von Lahr Wolfgang Müller zwei Briefe an den Bürgermeister und den Oberpriester der Stadt Kasama gesendet hat, in denen er der Bevölkerung sein tiefstes Mitgefühl aussprach.
Ich möchte mich als Lahrer Bürgerin dem anschließen.
Lahr pflegt als Chrysanthemen-Stadt engen Kontakt zu der japanischen Stadt, in der regelmäßig das älteste Chrysanthemen-Festival Japans veranstaltet wird.
Kasama liegt in der Präfektur Ibaraki und damit nur rund 150 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk „Fukushima I“ entfernt.
Ich biete an, Menschen, die Japan jetzt verlassen müssen bei mir aufzunehmen. Geld für Spenden habe ich nicht, aber meinen Wohnraum kann ich mit 3 bis 4 Menschen teilen. Als Mutter und Tagesmutter nehme ich auch besonders gern verwaiste Kinder oder Jugendliche bei mir auf.
Vera Boehmer
rosenweg 32c
77933 Lahr
07821 997120

und gleich noch an den oberbürgermeister in lahr und alle, die ich kenne:
sehr geehrter Herr Müller,
wie ich ihnen bereits vorgestern geschrieben habe biete ich nach der unsäglichen katastrophe in japan meine bescheidene hilfe für japans menschen an. gerade hat mich ein artikel, den ich hier auch anhänge, angeregt, die japanische botschaft zu kontaktieren. ich bitte alle, ähnliches zu tun. vielleicht haben sie die möglichkeit und den willen, diese möglichkeit vielen menschen nahezubringen.
es bleibt nicht viel zeit! die radioaktivität in japan wird in den nächsten STUNDEN dramatisch zunehmen, und die dann inkorporierten teilchen bedeuten irreversible schäden für viele generationen, siechtum und tod!
vera boehmer
…hier den brief an die botschaft eingefügt…
Hilfe für Japaner
Doris Wiffen 16.03.2011 12:40
24 Stunden Pseudo-Berichterstattung ohne die anstehenden Probleme zu benennen. Keine Hilfe für die Menschen!
Wären wir in Deutschland von einem atomaren Supergau betroffen, würde wohl jeder von uns hoffen, eine Chance zu erhalten, die verseuchten Gebiete zu verlassen, um sein Leben zu retten. Dieses Angebot machen wir den Japanern allerdings nicht.

Die Internetseite der Bundesregierung spiegelt dieses Verhalten eindrucksvoll wider:

http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Artikel/2011/03/2011-03-11-japan-seebeben-deutsche-hilfe.html

Ich empfehle jedem, sich diese Seite genau durchzulesen. Japan und ganz zu schweigen die Japaner sind nur peripher von Interesse. Das Gros der Seite ist egozentrisches Gesülze einer Regierung, die krampfhaft versucht, den Kopf aus einer Schlinge, die sie sich selbst um den Hals gelegt hat, zu ziehen.

Und sie versichert Japan unser Mitgefühl. Das brauche ich auch! Ich schäme mich in diesen Tagen Deutscher zu sein und ich schäme mich für die Leute, die angeblich das deutsche Volk vertreten.

Jedermann, der die Situation in Japan in den letzten Tagen verfolgt hat, weiß, daß Mitgefühl allein nicht ausreicht, um unsere Solidarität mit den Menschen in Japan auszudrücken. Wir müssen den betroffenen Menschen die Möglichkeit schaffen, ihre Insel verlassen zu können, um ihr Leben zu retten. Wo bleiben die Hilfsorganisationen, die Evakuationsmaßnahmen vorbereitet haben? Keiner scheint Schiffe oder Charterflugzeuge in Erwägung zu ziehen. Persönlich fehlen mir leider die Mittel, eine solche Aktion zu starten. Die einzige Möglichkeit, die ich ergriffen habe, ist der japanischen Botschaft mitzuteilen, daß ich vier bis fünf Personen aufnehmen kann. Ich habe mich nie hilfloser gefühlt als in diesen Tagen, wo angesichts des seit Tagen ablaufenden Supergaus, alle verantwortlichen Regierungen immer noch Vogel Strauß Politik betreiben, bis es zu spät sein wird, den Menschen sinnvoll zu helfen.

Ich denke nicht, daß es Sinn macht, den offiziellen Hilfsorganisationen Spenden zukommen zu lassen, um wie in Indonesien DNA Profile von Toten erstellen zu lassen (von westlichen Firmen natürlich).

Wir alle sollten uns bemühen, den Leuten, die bis jetzt überlebt haben, zu helfen dies auch weiter zu tun. Solange wir jedoch die Augen vor dem Ausmaß des Atomgaus verschließen, wird dies leider nicht passieren. Das Undenkbare wird einfach nicht gedacht. Vielleicht schützen wir uns ganz einfach selber, weil wir ein so großes Unglück nicht einmal in unserer Vorstellung zulassen können. Wir hassen ganz einfach Situationen, denen wir hilflos ausgeliefert sind und nur Beten uns noch helfen kann.

quelle indymedia

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. menschbleiben
    Mrz 18, 2011 @ 18:21:11

    oberbürgermeister müller hat mir aufgrund meines hilfsangebots mitgeteilt, dass anfang nächster woche über das thema intern beraten wird – ich hoffe das ist nicht zu spät!

    inzwischen versuche ich auch direkte, persönliche kontakte über hilfsorganisationen und privatpersonen mit beziehungen nach japan zu knüpfen (was sich als schwierig erweist, weswegen ich jede unterstützung bei diesem problem gern annehme), um so schnell wie möglich effektives zu erreichen.

    konkret ist meine intention, dass zumindest verwaiste kinder, jugendliche und schwangere aus japan ausreisen können, bevor die verstrahlung das land unbewohnbar macht!!

    Antworten

  2. Trackback: wir sind alle sklaven auf der galeere des kapitals… « biopilz
  3. Stecker Barbara
    Apr 07, 2011 @ 15:47:46

    Hallo,
    auch ich habe mich über das Internet bereit erklärt eineFamilie aus Japan aufzunehmen.Natürlich kostenlos,als sofortige Hilfe.Wir sind eine Familie die auf dem Land lebt und selber drei Kinder hat.Wir haben nicht viel Geld aber viel Platz und Herz.Leider hat mir nur eine Hilfsorganisation eine Antwort geschickt.Sie schreiben,dass es noch keine seriösen Hilfsorganisationen diesbezüglich gibt.Da ich nicht weis,wie die Japaner von meinem Hilfsangebot erfahren können,bitte ich Sie um Ihre Hilfe,haben sie etwas erreicht,kennen Sie jetzt noch Familien die Hilfe suchen?

    Mit herzlichen Grüßen
    Barbara S aus NRW

    Antworten

  4. name*
    Mai 07, 2011 @ 23:49:49

    die meisten japaner möchten in ihrem land bleiben, sow ie auch noch menschen in der zone leben. man sollte den wert den die heimat für menschen hat nicht unterschätzen und aussiedelnist keine lösung, bzw eben nur soein billiger gedanke damit man sich gut fühlen kann.
    sicher, vielleicht möchten einige mal eine weile vorbeikommen, aber an pplatz herrscht kein mangel und viele menschen in den notunterkünften könnten zu verwandten, die weiter weg leben(tokyo, die anderen inseln) aber sie bleiben, weil das eben ihre heimat ist. wer nach deutschland will der wird auch dahin kommmen. (grundsätzlich wird es aber eher düsseldorf sein, da ist eine große japanische community mit japanischen bookstores, restaurants und einer japanischen school. außerdem ist ein unterbringen von völlig sprachfremden (japaner und englisch- ja, vielleicht mal etwas frontalunterricht in der schule) menschen mit einer gänzlich anderen kultur? niemand wirds ihnen verbieten aber so sonderlich ertrebenswert ist es nicht. aber wenn sie sich dann besser fühlen eher unnütze dinge anzubieten *shrug*

    was die brauchen ist geld und technologie für den wiederaufbau.- spenden also. auch wenns net so schön ist wie arme versehrte betüddeln zu können und man im gegensatz zu seinem kleinen plan-patenkind auch kein vierteljährliches dankedanke bekommt.

    Antworten

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