SWR plant TV-Duell Mappus gegen Schmid

meine mails an und von swr:
1. Betreff: SWR plant TV-Duell Mappus gegen Schmid
mit großer verwunderung muss ich lesen: „SWR plant TV-Duell Mappus gegen Schmid…Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte ersten Überlegungen des Senders für einen Dreikampf mit SPD-Landeschef Nils Schmid und Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann eine Absage erteilt“. da ich wahlberechtigte bürgerin baden-württembergs und rundfunk-gebührenzahlerin bin weise ich sie als landesrundfunkanstalt dringend auf die wahrung der politischen unabhängigkeit und den öffentlich-rechtlichen programmauftrag hin – also umfassend und ausgewogen information, bildung, kultur und unterhaltung anzubieten. ich fordere sie auf, das geplanten „tv-duells“ derart umzugestalte, dass alle 3 landtagsspitzenkandidaten in einem „tv-dreikampf“ zu wort kommen! vera boehmer lahr/schwarzwald

2. und die antwort des swr
Sehr geehrte Frau Boehmer,
der SWR hat in Baden-Württemberg erstmals bei der Landtagswahl 2001 ein
Duell der Spitzenkandidaten der stärksten Regierungs- und der stärksten
Oppositionspartei veranstaltet. Ein solch unmittelbares Aufeinandertreffen
der gegensätzlichen Standpunkte in unmittelbarer Rede und Gegenrede ist für
die Zuschauer besonders attraktiv. Auch bei dieser Wahl wird dieses
journalistisch sehr reizvolle Format fortgesetzt, und zwar mit der
Diskussion zwischen dem Ministerpräsidenten und dem
Oppositionsführer/Herausforderer im baden-württembergischen Landtag. Dass
der SWR dabei auf die Vertreter der beiden stärksten Landtagsfraktionen und
nicht auf den Spitzenkandidaten der im Umfragehoch befindlichen Grünen
setzt, beruht sowohl auf journalistischen als auch auf rechtlichen
Kriterien. Juristisch ist ausschlaggebend, dass Ergebnisse vorausgegangener
Wahlen, nicht aber lediglich Umfragetrends zur rechtlichen Beurteilung der
politischen Bedeutung von Parteien maßgeblich sind.
Ich hoffe, dass Sie unsere Position verstehen können und dass Sie sich
dennoch unsere Wahlberichterstattung anschauen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Uschi Strautmann
SWR
Chefredaktion Fernsehen
Leitung Baden-Württemberg Information
Tel.: 0711/929-2760
Mobil: 0171/ 7880936
Fax:0711/929-3526
E-Mail: Uschi.Strautmann@swr.de

3.hier meine antwort nach der abschlägigen antwort des swr auf meine mail mit obigem inhalt:
hallo frau strautmann,
mit ihrer antwort kann mensch sich wohl kaum zufrieden geben.
laut diverser aktueller umfragen liegt die spd mit max. 26% in der zustimmung der bürger (und gebührenzahler) deutlich hinter den grünen mit bis zu 29%. http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm es ist also nicht undenkbar, dass der grüne-kanditat kretschmann der neue ministerpräsident wird. und diesen wollen sie hier ausschließen!?
es wäre sicher im sinne der zuschauer und wähler, wenn auch wenigstens noch herr kretschmann gleichberechtigt zu wort kommt!
ihr standpunkt „Ein solch unmittelbares Aufeinandertreffen der gegensätzlichen Standpunkte in unmittelbarer Rede und Gegenrede ist für die Zuschauer besonders attraktiv“ ist vollkommen richtig und gerade deswegen muesste auch der 3.spitzenkandidat dabei sein.
dass dieses thema die menschen im land bewegt ist auch am interesse für ihr forum http://www.swr.de/forum/read.php?12,61880 zu erkennen, aber auch in anderen medien wird dieses thema diskutiert. vielleicht wäre sogar eine art podiumsdiskussion mit den „spitzenkandidaten“ aller zugelassenen parteien sinnvoll. herr bratzler könnte z.b. so eine sendung aus meiner sicht souverän moderieren, wie er schon bewiesen hat.
ich bin keine grünen-wählerin, und meine persönliche wahlentscheidung hängt auch nicht von ihrer geplanten sendung ab, aber eine im wahrsten wortsinn unparteiische information ist ihre aufgabe als öffentlich finanzierte anstalt! zu ihrem grundversorgungsauftrag gehört die wahrung der politischen und wirtschaftlichen unabhängigkeit.
die zeiten wo ein „alleinherrscher“ (der immerhin momentan sehr umstritten ist) bestimmt was wie im fernsehen gezeigt wird, sollten ein für allemal beendet werden! und der ständige hinweis auf die juristische oder sonstige legitimation ist für die menschen nicht mehr glaubwürdig!
vera boehmer

update aus dem swr-forum zum thema 3.2.11 17.33
der swr begründet die entscheidung mit: „journalistischen als auch…rechtlichen Kriterien. Juristisch ist ausschlaggebend, dass Ergebnisse vorausgegangener Wahlen, nicht aber lediglich Umfragetrends zur rechtlichen Beurteilung der politischen Bedeutung von Parteien maßgeblich sind.“

der verwaltungsgerichtshof ba-wü räumt aber den tv-anstalten einen ermessensspielraum in solchen fällen ein: „Zu den Anforderungen an die von einer Rundfunkanstalt zu treffende Ermessensentscheidung, welche Kandidaten für eine bevorstehende Oberbürgermeisterwahl sie zu einer von ihr veranstalteten Fernsehdiskussion („Wahlhearing“) einlädt.“
[www.landesrecht-bw.de]

also swr, redet euch nicht raus!

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